Bruder “Trost” (Barnabas)

Der Trost hat mich gefragt, ob ich bereit bin

durch den Schmerz hindurchzugehen

anstatt ihn zu umkreisen und ob ich meinen Finger

so lange in die Wunde lege, bis ich

das Unversehrte darin fühlen kann.

Er hat mich gefragt, ob ich mich halten lassen werde

von Armen, die nichts je wieder in Ordnung bringen

und ob ich schweigen kann, bis irgendwann

wie warmer Atem ein gutes Wort mich streift.

Er hat mich gefragt, ob ich mich bücken werde

zur kleinen Blüte am Wegesrand, ob ich Kirschen

von den höchsten Ästen pflücke und ob ich es

ertragen kann,wenn mich am Abend ein Glück

ganz ohne Grund befällt und mich gefragt,

ob ich erahne, dass ich auf nichts ein Anrecht habe

auch nicht auf die Untröstlichkeit, weil sich

in jedem Augenblick das Leben selbst an mich

verschenkt, ohne zu zögern und ohne Mass.

Wie jemand, der noch in die Weite dieses Wortes

wachsen muss, sagte ich “JA” !

***********************************

(zu: Wege nach Innen/Giannina Wedde/Andere Zeiten eV)

Kommentar: Besinnliche Zeilen in turbulenten Zeiten: DANKE!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *